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Nach einer kleinen Stärkung in einem Café geht es weiter auf unseren Stadtrundgang durch Wismar. So groß ist diese alte Hansestadt nicht. Man kann gut zu Fuß unterwegs sein. Habt Ihr Lust?
Das Herz fast jeder Stadt schlägt im Zentrum, auf dem Markt. Genau einhundert mal einhundert Meter ist er groß, sauber nach Norden ausgerichtet, wo das Rathaus steht.
Am anderen Ende des Marktes steht die "Wasserkunst". Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts wurde in Wismar das Trinkwasser von einer nahe gelegenen Quelle auf den Markt geleitet. Von der Wasserkunst konnten 220 Häuser und 16 öffentliche Schöpfstellen versorgt werden. Seit dem es ein städtisches Wasserwerk gibt, ist die Wasserkunst nur noch Zierde auf dem Markt. Aber bis 1897 war sie noch in Betrieb.
Weiter geht es zum St. Marien-Kirchhof. Der freie Platz vor dem Turm der Marienkirche hat etwas Bedrückendes. Gerade in der jetzigen Zeit.
Auf dem freien Platz stand bis 1960 die gewaltige Kirche, die bei Bombenangriffen 1945 zerstört wurde. Das Kirchenschiff wurde viele Jahre gesichert, dann aber doch gesprengt, da es nicht mehr reparabel war. Einzig der Turm blieb als Seezeichen erhalten.
Unser Stadtrundgang durch die kleinen Gassen der Altstadt mit ihren schönen Giebeln führt uns zur Nikolaikirche, der zweitältesten der Wismarer Kirchen.
Leider war die Kirche fast vollständig eingerüstet. Aber zu renovieren gibt es bei diesen Bauwerken ja immer etwas.
Den Spiegelberg entlang, eine Straße, in der Schiffsmakler, Reedereien, Schmieden und Schiffsausrüstungsfirmen ihren Sitz hatten, kommen wir zum zweiten wichtigen Ort Wismars, dem Hafen. Zuvor mussten wir jedoch die "Helleporte", die Höllenpforte, durchschreiten, wie das Große Wassertor im Volksmund genannt wird.
Das Wassertor ist das letzte der ehemals fünf Stadttore. Die anderen vier Tore fielen der Stadterweiterung im 19. Jahrhundert zum Opfer.
Bevor es in den alten Hafen ging, kamen wir noch am "Gewölbe" vorbei.
Seit 1823 befindet sich das Gebäude im Besitz der Stadt Wismar. Eingehende Weine wurden hier auf ihre Qualität überprüft, bevor sie ins Rathaus gelangten. Und dann ist man da... am Alten Hafen.
Den Hafen gibt es laut Urkunden bereits seit 1167. Er wurde von Heinrich dem Löwen unter dem Namen "Wissemara" angelegt und wurde so zum Handelsplatz.
Heute legen dort die Fischer an.
Aber auch Segelyachten und die Weiße Flotte, die Hafenrundfahrten anbietet, finden hier ihren Platz. Eine Flaniermeile entlang der ehemaligen Ladestraße macht den Hafenbesuch zu einem Genuss.
Am Ende des Alten Hafens steht das Baumhaus. Der mittelalterliche Beruf des "Boomschlüters", des Baumschließers, gab dem Haus seinen Namen.
Als Baum wurde ein starkes Langholz bezeichnet, mit dem schmale Hafendurchfahrten geschlossen und geöffnet werden konnten. Feindlichen Schiffen konnte so das Eindringen in den Hafen und damit in die Stadt verwehrt werden. Aus dem "Boomschlüter" entwickelte sich das Amt des Hafenmeisters.
Zum Abschluss unseres Rundganges gab es noch ein leckeres Fischbrötchen direkt vom Kutter und dann ging es wieder zurück zu unserer Ferienunterkunft in Boltenhagen.
Die nächsten Orte der Umgebung und die Landeshauptstadt Schwerin wollten in den nächsten Tagen besucht werden. Davon erzähle ich in nächster Zeit mehr.
Und durch eine Karte mit Urlaubsgrüßen von Claudia haben wir auch schon eine Idee für unseren nächsten Urlaub an der Ostsee. Danke Dir sehr meine Liebe.
Jetzt wünsche ich Euch einen guten Start ins Wochenende.
verlinkt beim Samstagplausch, My Corner of the World und bei niwibo sucht...Maritimes